Interview Peter Maffay

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Vom 27. Mai bis 1. Juni 2018 sticht Peter Maffay zum 3. Mal mit der Queen Mary 2 und seinen Fans in See. Diese Stars at Sea – Tour führt nach St. Peter Port auf die britische Kanalinsel Guernsey und nach Southampton. Die einzigartige Kreuzfahrt beginnt und endet in Hamburg. Im Hafen haben wir Peter Maffay zum Interview auf einem Schiffsanleger getroffen. Bei einer steifen Brise – wie es sich gehört.

 

Was geht dir durch den Kopf, wenn Du hier am Hamburger Hafen stehst?
Im Augenblick versuche ich hier auf dem Ponton das Gleichgewicht zu halten. Gerade hat ein Schiff abgelegt, das wackelt ein bisschen. Ähnlich wie auf der Queen Mary 2, wenn wir spielen. Es ist ein Vorgeschmack für eine Landratte hier nach Hamburg zu kommen und ein bisschen Seeluft zu schnuppern. Es ist wunderschön und klasse.

Wie inspirierend ist der Hafen, die See für einen Künstler?
Hamburg wird zu Recht als das Tor zur Welt bezeichnet. Und der Hafen steht eigentlich für dieses Tor. Hier legen Schiffe ab, die irgendwo auf einen anderen Kontinent fahren. Hier spürt man ein bisschen die Weite, die auf einen zukommt, wenn man hier mit dem Schiff rausfährt. Es öffnet sich einfach die Welt. Das ist mein Gefühl. Wenn ich hier bin, dann steigt mein Hochgefühl.

Du bist zweimal mit uns auf Stars at Sea – Tour mit der Queen Mary 2 gegangen. Welche Bilder sind da am stärksten in Erinnerung?
Wenn man noch nie auf der Queen Mary 2 war, dann eilt diesem Schiff eine Legende voraus. Man verbindet damit ja ganz bestimmte Vorstellungen von Großzügigkeit, vielleicht sogar Luxus. Es ist wirklich ein sehr stattliches Schiff, auf dem wir da waren. Optisch sehr ansprechend. Man spürt diese Größe.

Ich hab’ ja vorher noch nie Konzerte auf einem Schiff gespielt. Als wir zum ersten Mal den Konzertsaal gesehen haben, hatten wir das Gefühl, dass es sehr gut werden würde. Das ist ja dann auch eingetreten. Allerdings haben wir auf dem Schiff einige Codes gebrochen. Auch den Dresscode. Das hat es für die Fans viel angenehmer gemacht. Auch für mich. Also es war nicht so steif, wie ich das befürchtet habe. Ganz im Gegenteil: Die Atmosphäre war sehr locker.

„Ich habe das sehr genossen und deswegen mache ich das gerne wieder“

Es ist ein Abenteuer anderer Art, auch mit den Fans sozusagen unter einem Dach zu sein für eine Zeit. Das hat es in dieser Form vorher nicht gegeben. Ich habe das genossen. Es gab viele Möglichkeiten zu Gesprächen, es gab Workshops, es gab Vorträge. Man traf sich auf ein Bierchen irgendwo in einer Ecke. Fitness, eigentlich alles an Bord vorhanden. Phantastisches Essen, gut gelaunte Menschen. Ich habe das sehr genossen und deswegen mache ich das gerne jetzt auch wieder.

Es gibt neue Ziele nach Oslo und Göteborg beim letzten Mal, geht es jetzt z.B. auf die Kanalinsel Guernsey, nach St. Peter Port, das passt doch…
(Peter Maffay lacht…) Ich weiß, dass das nicht absichtlich so ausgewählt worden ist. Aber es ist ein lustiger Aspekt. Klimatisch dürfte das etwas anders sein, als bei unserer ersten Tour (Anmerkung: November 2013). Da war es ja ziemlich schattig, was aber auch seinen Reiz hatte, wenn man die Macht der See zu spüren bekam. Einmal hat es ja auch ordentlich gewackelt- selbst auf diesem großen Schiff. Dieses Mal geht es ja bisschen weiter in den Süden nach England. Man weiß ja, dass diese Inseln im Kanal klimatisch sehr mild sind. Da war ich noch nie. Und ich glaube, viele von denen, die uns begleiten auch nicht. Ich bin sehr gespannt, wie es da aussieht.

Dein aktuelles Album ist unplugged. Wird es auch akustisch was an Bord geben oder eher elektrisch?
Ich kann mir vorstellen, dass es gemischt ist. Über die genaue Stilistik haben wir mit der Band noch gar nicht gesprochen. Aber es liegt nahe, im Umfeld des „unplugged“ Albums einige Stücke so zu spielen. Das ist ja auch nicht Gesäusel und leise, das kann auch sehr druckvoll sein. Aber eben ein bisschen anders gespielt. Auf der Bühne der Queen Mary 2 kann man beides machen. Und ich denke, dass werden wir auch tun.

War das schwer auf diese neuen akustischen Versionen umzuswitchen?
Nein. Du kannst unplugged sehr leise sein, sehr filigran und zart. Aber du kannst auch hinlangen. Akustische Gitarren bedeutet nicht, dass es dahinplätschert. Es macht sehr viel Spaß, es ist sehr physisch. Es klingt natürlich anders, weil man keine Verstärker mit Effekten hat und solche Sachen. Der einzige Effekt, den man hat, sind die Hände und ist die Stimme. Es ist eine Frage der physischen Konstitution. Es gibt ja viele, die enorm druckvoll akustische Gitarren spielen. Zum Beispiel beim Flamenco, diese ganze spanische Musik, das ist ja kein Gesäusel. Da kann man richtig Alarm machen.

Welcher von deinen Klassikern hat durch die unplugged Version ein ganz neues Leben bekommen?
Also das Konzert ist knapp zweieinhalb Stunden lang. Da sind ja auch einige Gäste dabei, die das mit ihren Songs bereichert haben. Songs, die wir selten gespielt haben, die gab es in dem Programm auch. „Wenn der letzte Regen fällt“ zum Beispiel. Ein sehr nachdenkliches Lied, was total anders arrangiert daherkommt. Das hat einen völlig anderen Klang bekommen. Ein Lied wie „Freiheit, die ich meine“ kann man richtig mit Alarm spielen. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob das Stück vielleicht sogar in der akustischen Version mehr Spaß macht. Du kannst sehr unterschiedliche Atmosphären schaffen. Von „Eiszeit“, was sehr getragen ist, bis zu „Sieben Brücken“ in einer ganz kleinen, sparsamen Version mit einfach zwei Gitarren gespielt. Da gibt es keine Limits.

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